Holzer trifft auf TahaBeim Oktagon-Hauptkampf eskaliert es bereits im Vorfeld
Das Vorgeplänkel schürt die Spannung auf das Käfigduell zwischen Max Holzer und Khalid Taha. Der Hauptkampf in Hannover bekommt durch ein aus dem Ruder gelaufenes Face-off eine unschöne Note.
Sie mögen sich nicht: Mit Max Holzer und Khalid Taha bekommen MMA-Fans in Deutschland eine "Grudge Match", wie die Amerikaner sagen. Also ein verbittertes Duell, in dem böses Blut herrscht. Im Vorfeld zum Kampf gipfelt die Situation in einem unrühmlichen virtuellen Face-Off voller Anschuldigungen, Beleidigungen und Drohungen.
Das Duell der beiden polarisiert. Taha ist alte Schule, ausgebildeter Kfz-Mechaniker und hat in den größten Organisationen der Welt gekämpft. Holzer ist eines der größten Talente in Deutschland, kennt nur den Weg eines Profisportlers und provoziert gerne mit kontroversen Aussagen.
Der Kampf der beiden Federgewichte war bereits im September 2025 einmal angesetzt, gesundheitliche Probleme bei Lokalmatador Holzer sorgten aber für die Absage. Taha wünschte seinem Kontrahenten zwar gute Besserung, vermutete aber, dass sein Kontrahent mit dem Druck nicht klarkomme und dass die gesundheitlichen Probleme mit der Angst einhergingen, gegen den UFC-Veteran verlieren zu können. Eine Behauptung, die Holzer mit mehreren medizinischen Dokumenten zu widerlegen versuchte.
Seitdem stichelten der 24-jährige Hannoveraner und der 34-jährige Dortmunder einander regelmäßig im Netz, ehe es zur erneuten Kampfansetzung Anfang April kam. Nach anfänglichen Diskussionen, wer denn entscheidender für den Kampf und die Ansetzung auf drei Runden war, arbeitete sich Holzer zunächst an der für ihn wenig beeindruckend erscheinenden UFC-Bilanz Tahas ab und an dessen Auftritten auf TikTok.
Bis zum Kieferbruch
Taha dagegen sprach vom mangelnden Respekt seitens Holzer. Die Niederlage gegen ihn werde den noch ungeschlagenen Hannoveraner wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Im Interview mit RTL sagte der Dortmunder, bislang habe Holzer noch keine Grenze überschritten, indem er weder Religion noch Familie oder in seinen Verbalattacken thematisiert hat.
Im Face-off des Veranstalters auf YouTube war für den 34-Jährigen dann wohl doch eine Grenze erreicht. Holzer versuchte, Familienvater Taha bereits im Vorfeld mehrfach als homosexuell darzustellen, druckte gar T-Shirts mit Regenbogenflagge. Auf eine derartige Bemerkung im Livestream platzte Taha schließlich der Kragen. Er drohte Holzer, ihm den Kiefer zu brechen, sollten sie sich vor dem Event im Hotel sehen. Es folgten gegenseitige Beleidigungen und weitere Anschuldigungen. Der von Oktagon für das Face-Off installierte Moderator hatte Probleme, die beiden Kontrahenten zu bändigen.
So sehr das Vorgeplänkel die Spannung vor dem Käfigduell der beiden auch schürt, so wenig transportiert es ein positives Bild des Sports nach außen. Trotz Trash Talk gilt in der Regel ein gewisses Grundmaß an Respekt. Holzer und Taha lassen das vermissen. Bei der offiziellen Waage am Tag vor dem Kampf ist das Security-Aufgebot nochmal aufgestockt worden, von Verbalattacken sahen beide ab. Die nächste Eskalation sollte sich auf das sportliche Geschehen beschränken - immerhin können sich die Fans nun sicher sein, dass der Kampf dieses Mal überhaupt stattfindet.
